Freitag, 26. Oktober 2007

ein bißchen kultur muss sein!

Die Ferme (deutsch: Scheune) haben wir nun schon ein paar Mal besucht. Die Vorteile liegen für uns zum einen in dem vielfältigen Angebot (Kino, Theater, Ausstellungen, Konzerte uvm.) und der räumlichen Nähe zu unserem Wohnheim (10min. zu Fuß). So haben wir uns am 19. Oktober (nachdem die Franzosen beim Rugby selbst das kleine Finale verloren hatten..) auf zum groß angeworbenen ARTE-Festival gemacht (ja, ARTE wie der Sender Arte!). Zu bestaunen gab es dann einige Filmvorführungen (die man teilweise aus heißen Holzbadewannen anschauen konnte), eine Kunstausstellung (mit lebendigen Bildern – auf einmal zwinkert da jemand mit den Augen, da bin ich ganz schön erschrocken), Konzerte mit daneben agierenden Friseuren(!) und ein DJ mit ziemlich alternativen Mixen zum Tanzen. Da es Mitte Oktober schon recht kalt war, wurden Tonnen mit wärmenden Feuern aufgestellt und wem das nicht komfortabel genug war, der konnte sich auf einer Liste für die hauseigenen Masseure einschreiben.

Studieren leicht gemacht...oder doch nicht?

Vor kurzem wurde ein Sprecher für unsere „Klasse“ (Master 1, 1.Jahr) gewählt...hab ich schon erwähnt, dass wir immer im selben Raum haben?...wenn das hier nicht wie in der Schule ist, weiß ich auch nicht (heute musste ich schon fast staunen, als zum ersten Mal hier ein Beamer rausgeholt wurde!!!). Aber die „Mitschüler“ sind größtenteils zugänglich und sympathisch. Das schöne an unserer Uni ist, dass sie direkt in die Natur eingelassen ist (ja, wir befinden uns hier in den sagenumwobenen Vororten von Paris), nebenan sind Wald und einige Seen anzutreffen und die Gebäude sind alle recht neu. Nur die Mensa kann mal so gar nicht mit Chemnitz mithalten, mit Muttis Küche ja mal gleich gar nicht zu vergleichen! 2,80Euro für Hauptgang und 2 Vor- und oder Nachspeisen ist zwar ziemlich günstig (mit hole sich immer in Erinnerung, das ein normales Sandwich ab ca. 4Euro und ein Kaffee je nach Standort auch gern mal 6Euro kosten kann, von alkoholischen Getränken will ich da gar nicht erst anfangen zu reden), aber geschmacklich hat es bisher selten 100% geklappt – das kann dann auch nicht immer ein Schokoladen-Dessert wettmachen (mal abgesehen, dass ich bei dem vielen Weißmehl und süßen Teilchen ja sonst bald nicht mehr in irgendwelche Sachen passen würde;)

Freitag, 19. Oktober 2007

2 tage Streik - Zeit zum schreiben...

Sollte ich erwähnen, dass das erste Nutelle-Glas schon fast alle ist?;) na ja, die Heizung wurde immer noch nicht „freigeschaltet“, also helfe ich meiner abklingenden Erkältung mit den süßen Broten. Meinem Kellerkind-Wesen kommt die Sonne da draußen natürlich nicht entgegen und so schlepp ich mich doch auch mal ab und an ins Freie – soll ja gesund sein;) Regen wär ja auch schlimmer und so beschwer ich mich auch gar nicht.

So langsam wird es auch mal Zeit, das ich euch mitteilen, dass ich auch hier schon seit 2 Wochen zur Uni gehe und was Sinnvolles machen. Wobei die Methoden teilweise auch anzuzweifeln sind. Ich meine, für mich ist eine nicht-interaktive Vortragsweise der Dozenten (war grad kurz davor, Lehrer zu sagen…) ja gar nicht so schlimm – hätte wahrscheinlich sogar einige Probleme mit dem schnellen Antworten. Aber nur Vorlesungen und das ganz ohne Einsatz von Skripten, Folien oder wenigstens einem nachvollziehbarem Tafelbild kann schon ganz schön anstrengen. Und was nutzt es mir, wenn den französischen Studenten die eine Dozentin auch viel zu schnell ist…zudem muss man hier für einen Schein 3 Kurse besuchen (am Ende gibt es aber nur eine Klausur über alle 3 Kurse, keine Seminararbeit - puh)

Sonntag, 14. Oktober 2007

darf ich vorstellen - mein zimmer!












so, nun kann ich euch hiermit auch endlich mal mein zimmer vorstellen (ohne ein paar bildern an der wand, wollte ich es gar nicht in bildern festhalten). das appartement ist eigentlich ganz praktisch eingerichtet. ein raum mit kochniesche und extra bad. Der schreibtisch mit pc ist natürlich der bevorzugte ort, denn da hab ich ja quasi das entertainmentcenter stehen und kann auch mal raus auf die straße schaun;) leider ist das fenster nicht ganz dicht (damit wächst natürlich die freude auf den winter, vor allem weil die heizung auch noch nicht geht und ich ja grad schon erkältet bin), aber was solls...es wird schon gehen (der "reperaturservice" des studentenwerks hier, ist megalangsam, da würden die das vor januar wohl eh nicht beheben).

Sonntag, 7. Oktober 2007

sport und kultur an einem abend - eine stadt außer rand und band!

oh mann...gestern sind wir zu dritt in stadt...also sind erst gegen fünf bei uns losgefahren, haben dann doch echt ein studentenviertel gefunden, in dem es zur happy hour cocktails für 4Euro gibt - juhu! es ist doch nicht alles verloren;) wir haben uns in einem nahegelegenden park erstmal ein bier geöffnet - leider machte der park schon 19.30uhr zu. aber wir mussten dann eh langsam los. 21uhr hieß es schließlich rugby, "les bleus" (die blauen=frankreich) gegen die "all blacks" (die schwarzen=neuseeland), aber dazu gleich. zur besänftigung des aufsteigenden hungergefühls haben wir uns dann erstmal ne riesenportion pommes (nicht bei mc donalds sondern an einem belgien-stand! - lecker..) und dann haben wir uns auf den weg zum public viewing beim rathaus (hotel de ville) gemacht - leichter gesagt als getan, denn die idee hatten noch tausende andere, metros also alle proppenvoll und auf dem platz dann auch kaum bewegungsspielraum, marseillaise(nationalhymne) also im platzsuchen gehört und von allen seiten angeschrieen geworden. kommen wir also zum (für nicht-interessierte: einfach bei nuit blanche weiterlesen)...

RUGBY

bei dem spiel hat eigentlich kaum jemand an einen sieg der franzosen gerechnet und mit einem läppischen 13:3 nach der ersten halbzeit (nach 20min.) sah es auch nach einer ziemlichen niederlage aus. anspannung lag quasi greifbar in der luft. in der zweiten halbzeit wurde dann endlich chaball eingelöst, was von einem tool time ähnlichen gröhlen begrüßt wurde. nun konnte das gemetzel also losgehen und wie durch zauberhand konnte das spiel zu einem gleichstand gewendet werden. in den letzten 10 min. standen dann alle, weil es megaspannend wurde (und das sage ich ich als absolute fußball-wm vermeiderin, mittendrin kann man sich dem einfach nicht entziehen)...zittern war angesagt, es ging der neuseeländischen linie ganz schön oft sehr nahe. dann ein tor von frankreich - freudentaumel und nun hieß es halten und über die letzten minuten retten...80.min. erreicht und dann das: nachspielzeit...ahhh...lasst das doch endlich vorbei sein...endlich der erlösende abpfiff - frankreich ist im halbfinale:) alle gröhlen, tanzen und leuchtfeuer werden entzündet - eine stadt außer rand und band und ich weiß schon, warum ich mich davon in dtl. besonders ferngehalten habe;)





la nuit blanche


nach dem rugbyspiel (also nicht direkt danach, denn man kam natürlich erstmal nirgendswo mehr durch) sind wir dann zur nuit blanche (die weiße nacht), eine kulturverstaltung bei der fast alle museen, galerien und kirchen ihre tore für gaukler, licht- und farbspiele geöffnet haben. wir haben uns dann auch erstmal richtung louvre zu den tuilerien begeben. da haben wir dann mal wieder den eifelturm glitzern (nicht einfach nur leuchten) gesehen und in den gärten würde mithilfe von metallgestellen und brennpaste in blumentöpfen ein feuer-kronleuchter aufgehangen und so manch andere figur "geformt"..von da aus sind wir dann in eine galerie, wo der dj passend zu seiner musik 3d figuren hat tanzen lassen. Skellete, aber auch comicfiguren und anderes. in der großen kirche der heiligen magdalena (von außen schon sehr beeindruckend, wirkt wie ein riesiger griechischer tempel) haben dann menschen durch blauleuchtende rohre gedichte und kleine sprüche gesprochen. die kirche war dabei komplett leergeräumt und fast komplett dunkel!






Samstag, 6. Oktober 2007

Rugby (ohne worte)








wer sich mal ein paar spieler anschauen will dem empfehle ich die bilder-reihe der süddeutschen zeitung online (Ps: chaball ist hier quasi der zidane des rugby)

Freitag, 5. Oktober 2007

uwÄe endlich für ein paar tage zu besuch...3 wochen ohne waren auch viel zu viel

-am flughafen-

freitag abend bis mittwoch früh (dank easyjet-flugverspätung nochmal 4h länger, aber trotzdem viel zu kurz) war er da - der uwe. und musste sich gleichmal mit der fremden sprache, den großstadtlärm und einem "stressigen zeitplan" rumschlagen...tjaja, musste ja schließlich komprimiert alles wichtige und bisher erlebte gezeigt bekommen und erfassen;)



da galt es dann natürlich viel zeit zusammen zu verbringen, aber eben auch wichtige standorte wie uni und praktikum zu zeigen. zum rugby-public viewing ging es am sonntag nachmittag natürlich auch. die wochenenden scheinen hier irgendwie immer mit bestem touristenwetter bestückt zu werden und so hab ich mir beim sightseeing sogar nen leichten sonnenbrand geholt. viele werden jetzt sicher denken, so schwer ist das bei mir ja eh nicht, aber war echt schön t-shirt warm:)



vor dem centre pompidou (museum und bibliothek) gab es am wochenende eine große aktion gegen landminen, ber der viele pariser ihre alten schuhe auf einen großen berg warfen. echt beeindruckend!







läckar essen;)


naja und da ich mich beim photographieren oft sehr zurückhalte und uwe schon alle mit der suche nach streetart angesteckt hat, hier ein paar bilder aus dieser kategorie:






2 wochen sprachkurs - tais toi! (=halt den mund)








die ersten 2 wochen waren geprägt durch den sprachkurs. 10-12uhr und 13 bis 15uhr "unterricht" (von 2 studenten geleitet - supernett und mit spielen wie tabu und filmegucken auch nicht wirklich zu anstrengend)..manchmal sind wir nachmittags oder einen ganzen tag zu gruppenausflügen in die stadt und ins umland losgedüst. die wochenenden sind wir aber in kleineren gruppen auch gern mal allein losgezogen, haben versucht nicht touristisch aufzufallen und die etwas günstigeren gegenden ausfindig zu machen (bis jetzt glaub ich noch nicht dran, dass es die wirklich geben soll;)

einzug ins...wohnheim (ich weiß schon, warum ich in chemnitz ne WG hab)

nunja, am nächsten tag wollt ich mich nach dem zimmer-beziehen auch gleich noch beim praktikum vorstellen (für alle die es nicht wissen: mache neben dem studium an der université paris XII ein praktikum bei der groupe de recherche sur la culture de Weimar...bisher viel loktoriatsarbeit)...tja, da habe ich die französische bürokratie wohl ziemlich unterschätzt...den ganzen tag saß ich mit anderen ausländischen studentINNen in verschiedenen und musste zahllose unterschriften und photos von mir verteilen...so richtig verstanden hab ich den mietvertrag natürlich nicht, aber da war ich nicht allein und das internationale unizentrum hier will uns ja hoffentlich auch nicht übers ohr hauen. naja unterschriften und von büro zu büro rennen (oftmals auch gern mal umsonst) gab es bis jetzt auch noch das ein oder andere mal..naja, man ist ja jung und flexibel...
kommen wir zu meinem traum in orange und weiß - das wohnheimszimmer. in 10min. bin ich an der uni in 30min. im stadtzentrum von paris, soviel zu den guten seiten. Lognes, der vorort in dem meine behausung liegt, scheint fast ausschließlich der asiatischen bevölkerung vorbehalten zu sein - überall asiatische shops. aber wenn wir auch nicht alle waren identifizieren können, so ist das obst- und gemüseangebot nicht schlecht. internet ist im gegensatz zu chemnitz nicht so einfach erhältlich (das handy-prepaid karten z.T. nur für 2 wochen gelten, sei mal nur am rande erwähnt) - nach 1 woche konnt ich mich gott sei dank bei einem nachbarn in sein WIFI miteinloggen (und zu meiner überaschung will er kein geld dafür...wenigstens einmal hier geld sparen). das zimmer an sich bestach dann beim ersten anblick vor allem durch seine graue inkontinenzgeschützte-plastebezug-matratze..YEAH!;) gegen die weißen wände habe ich mittlerweile schon etwas unternommen und an die singleküche und mein eigenes bad hatte ich mich nach intensiver putzeinheit ganz gut gewöhnt.
hübsche bildchen werd ich das wochenende mal versuchen einzustellen.

die erste nacht - gott sei dank kein hostel



die erste nacht hab ich über couchsurfing bei simone (einem italiener) übernachtet..der hat mich gott sei dank auch auf dem weg zu seiner wohnung auf der straße aufgesammelt (meine gesichtsfarbe ließ sicher schon darauf schließen, dass ich an meinem gepäck tierisch zu kämpfen hatte;)
mein nachtlager war dann in photographisch dargestellter TV-kammer.
obwohl ich trotz anstrengendem ersten tag so gar keinen hunger hatte, machte mir simone ein superlecker risotto und wir haben am abend noch über die stadt und deren bewohner geplaudert (muss zugeben, dass der erste tag noch zu 2/3 in englisch ablief).

es war einmal ein flug nach paris..


so, nun wird es aber echt mal höchste eisenbahn, was zu posten. der hinflug ist ja echt schon genau einen monat her...oh mann.
8:35 ging mein flug mit easyjet von berlin-schönefeld ab. mutti hat mich mit superskodi in quasi-überschallgeschwindigkeit zum flughafen gebracht. in knapp 2h von kahlemeile zum parkplatz in schönefeld - wer will es mit meiner muddi aufnehmen? freiwillige vor;)
naja, dann hatten wir also genug zeit und haben uns auf das selbstgepackte proviant gestürzt...ich brauchte ja schließlich auch genug energie für den bevorstehenden tag, bzw. das schleppen meiner 20kg kraxe + 15kg trolli und 10kg handgepäck (das ich ein mädchen bin, kann ich jetzt wohl kaum noch leugnen).
halb 11 bin ich dann in paris gelandet und der flughafen in Orly ist echt etwas alt, aber schön übersichtlich. schnell ging es dann mit dem RER(s-bahn) in die stadt.